WM 2013 in Vuokatti

Das deutsche Team war in diesem Jahr nur mit einer kleinen Frauenmannschaft (Anne und Hanka Straube) am Start.
Die TrailO-WM fand parallel zur Orientierungslauf-WM statt, mit gemeinsamer Eröffnungszeremonie in Sotkamo und gemeinsamen Siegerehrungen in Vuokatti. Das sorgte für eine gute Stimmung und viele Zuschauer.

Die Wettkämpfe waren in stadtnahen Wäldern mit vielen Höhenliniendetails und auch ein paar ungewöhnlichen man-made features. Die Karten waren sehr präzise, basierend auf Laser-Daten. Die Postensetzung war nicht ganz so präzise, wie Mancher das von Finnland erwartet hatte und so gab es viele Wettkämpfer, die am ersten Tag oft Z vergaben und damit wichtige Punkte verloren. Die Folge war eine Rekordanzahl an Protesten, die allerdings allesamt abgelehnt wurden. Nachdem die Genauigkeit der Karte (sehr hoch) und der Postensetzung (mmmhm) nach dem ersten Tag klar war, konnte Anne Straube am zweiten Tag volle Punkte sammeln. Für mehr als einen 8. Platz reichte dieses Ergebnis allerdings nicht mehr.

Die Athleten-Kommission arbeitet nun an einer Regelung, die eine vorherige Information über die Präzision von Z-Posten vorschreibt und damit zu faireren Wettkämpfen beiträgt.

Eine strahlende tschechische Siegerin gab es mit Jana Kostova in der paralympischen Klasse. Sie gewann mit 3 Punkten Vorsprung vor ihrem Landsmann Pavel Dudík und dem Dänen Søren Saxtorph.
Die offene Klasse konnte Jari Turto (Finnland) knapp für sich entscheiden. Den zweiten Platz mit gleicher Punktzahl, aber längerer Entscheidungszeit an der Zeitkontrolle, belegte Martin Fredholm aus Schweden. An dritter und vierter Stelle fanden sich die restlichen finnischen Starter Antti Rusanen und Lauri Kontkanen wieder.
Den Sieg in der Team-Wertung holte sich das schwedische Team vor Kroatien und Dänemark.

Als Neuerung wurde zum ersten Mal TempO als Weltmeisterschaftsdisziplin ausgetragen. TempO ist eine Version des TrailO, bei der für alle Stationen die Entscheidungszeit ausschlaggebend ist. Anstatt Punkten werden die jeweiligen Entscheidungszeiten und eventuelle Strafzeiten für eine falsche Antwort addiert. Während Anne Straube bei manchen TempO-Wettkämpfen im Vorfeld gute Ergebnisse geliefert hat (z.B. ein 7. Platz bei der World-TempO-Trophy in Frankreich 2011), war der TempO in Finnland ein Disaster. Das Gelände war sehr komplex und unter Zeitdruck war es ihr oft nicht möglich, sich sicher zu sein, an welcher Stelle sie sich befindet.
Es zeigte sich deutlich, dass beim TempO schnelle Karten-Zuordnung und Entscheidungen abgefragt werden, die eine andere Strategie und Vorbereitung brauchen, als es für die klassische Variante des TrailO (jetzt PreO von precision orienteering) nötig ist.

Die finnische TempO-Spezialistin Pinja Mäkinen war eine Klasse für sich. Sie gewann mit einer Zeit von 354 Sekunden. Ihr unterlief an den 13 Stationen mit jeweils 3 Entscheidungen nur ein einziger Fehler (Zeitstrafe dafür 30 Sekunden).
Zweite wurde die junge Schwedin Marit Wiksell (2012 Siegerin der World-TempO-Trophy) mit 424 Sekunden. Sie "erlaubte" sich immerhin 6 Fehler (180 Sekunden Zeitstrafe), entschied sich aber an jeder Station extrem schnell (zweimal in nur 8 bzw. 9 Sekunden für die 3 Aufgaben).
Den dritten Platz erkämpfte sich Lauri Kontkanen (TrailO-Weltmeister von 2011) und erhielt damit zum Abschluss endlich die ersehnte Medaille.

Da die TrailO-Wettkämpfe zeitversetzt zu den Finalläufen der OLer stattfanden, konnten wir als Schlachtenbummler die sehr kleine deutsche Fangemeinde verstärken.